Der Impressario von Smyrna

Unter den Theaterleuten Venedigs herrscht Arbeitslosigkeit und Not, da taucht plötzlich der reiche Geschäftsmann Ali aus Smyrna auf. Schnell spricht sich herum, dass er in seiner Heimatstadt eine Oper gründen will und deswegen talentierte Stimmkünstler sowie weiteres Personal sucht. Graf Lasca, selbsternannter Förderer der schönen Künste, bietet einigen arbeitslosen Sängerinnen und Sängern an, sie mit dem Fremden bekannt zu machen. Drei Sopranistinnen, zwei Tenöre, ein Theaterdichter, ja sogar ein Kulissenmaler halten sich für prädestiniert für einen gut bezahlten Vertrag im Ausland. Wer verkauft sich am besten? Wer wirkt am sympathischsten? Wer bekommt das Engagement ins sagenumwobene Smyrna?

Es entbrennt ein gnadenloser und urkomischer Kampf zwischen den Künstlern, jeder versucht den anderen zu übertrumpfen, wobei künstlerischer Anspruch und Wirklichkeit oft meilenweit auseinander klaffen. Macht nichts – denn Ali hat gar keine Ahnung von Oper. Der geheimnisvolle Geschäftsmann wollte nur mal die Branche wechseln. Als der Konkurrenzkampf auf dem Höhepunkt ist, nimmt das Geschehen eine überraschende Wendung. Ali verschwindet, die Theaterleute bleiben ernüchtert zurück, doch es gibt ein, wenn auch vages und höchst unsicheres Happy End: Die bunte Truppe erkennt, dass Theater nur funktioniert, wenn sich Individualisten zu einem Ensemble finden und bricht, unverwüstlich, wie Theaterleute nun mal sind, zu neuen Ufern auf.

Inszenierung
Unser Ensemble von Schauspielerinnen und Schauspielern, Sängerinnen, Sängern und Musikern entführt Sie in phantasievollen Kostümen in Goldonis Venedig des 18. Jahrhunderts und in ein exotisches morgenländisches Ambiente. Die Inszenierung bietet reichlich Gelegenheit, sowohl die historische Bühne des Ekhof-Theaters, als auch die ganze Bandbreite der Theaterwelt in turbulenten Spielszenen, Tänzen, musikalischen und gesanglichen Preziosen vor den Zuschauern auszubreiten. Ein Augen- und Ohrenschmaus. Auch Lukas Cranach hat indirekt seinen Auftritt, gibt es doch seinen weitläufigen italienischen Verwandten Fabrizio, der sich ein berühmtes Gemälde seines deutschen Vetters durchaus als Bühnenbild für die Oper in Smyrna vorstellen kann.